Talmaciu

Im April war ich einen Sonntag in Talmesch/ Talmaciu. Die Tiganie (Zigeunersiedlung) liegt abseits vom Ort fast malerisch vor den Fogarascher Bergen. Die sind reicher wie wir, die handeln mit Pferden und vielleicht auch mit Kindern, sagte mir eine Sächsin im Ort. Auf Kinder traf ich beim Spazierengehen, drei Mädchen, zwölf Jahre und den kleinen Bruder der einen. Alle aus schwachen Verhältnissen. Nach Mädchen sah nur die eine aus, die anderen wirkten so raubeinig und gleichzeitig verletzt wie alte abgehalfterte Prostituierte. Das Halbstarke wirkte in ihren Gesichtern schon gebrochen, nur ein Mädchen hatte etwas, das es vielleicht über diesen Ort und sein Milieu hinaustragen würde. Ich verstand nicht alles, was sie sagten, es klang obszön, aber dabei gewitzt. Sie waren mir nicht unsympathisch.

Vor dem Mercedes hatten sie grenzenlose Bewunderung. Das sei mein Auto, ich könne damit hinfahren, wo ich wolle? Ich nahm sie dann auf eine kurze Spritztour mit, sie saßen alle drei hinten und rauchten, der kleine Junge vorne. Große Freude über meine Manele-Kassette, die laut aufgedreht wurde. Sie riefen einen Freund an, bei dem sie vorfahren wollten, im Mercedes, ce tare, er war aber nicht da. Da stiegen sie wieder aus und posierten noch einmal. Ein Foto für Tanti Iuli, sagten sie.

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Über Julia Jürgens

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