Spalier

/

Eine speerförmige Wolke vor einem Bergmassiv,

aufgetürmte Heuballen,

gebeugte Männer und Frauen mit Hacken,

Pferde am Pflug, Pferde im Gras,

sich bückende alte Männer, die hochschauen, wenn der Zug vorbeifährt

auf manchen Feldern nur ein Mensch.

/

Der Olt, breiter als sonst von den Regenfällen,

ein Reh an einem Hang,

rot-weiß-violette Blumen,

Schafe fließen wie Körner durch die trichterförmige Enge einer Brücke

über eine Schlucht.

/

Glatte Felsen bei Nebel,

Bahnhöfe, ausgestreckt oder eingerollt

schlafende Hunde, ein Schaffner winkt,

ein schwarzer Hund neben ihm,

ein gleichgroßer weißer daneben,

vor einer Bergwand.

Ein Schaffner pfeift, eine Uhr hinter ihm ist kaputt,

eine Schaffnerin mit Mütze hebt mit gestrecktem Arm

ihr grünes Schild,

/

eine helle Katze liegt irgendwo,

zwei Hähne laufen auf den Schienen,

ein Mann fährt Fahrrad

an Kühen vorbei.

/

Sträucher stehen Spalier,

sie schlagen an die Fenster,

sie beugen sich von beiden Seiten

über den Zug wie ein Tunnel.

/

Vielleicht hat sich so Ceaușescu gefühlt,

durch sein blühendes Land fahrend

und überall salutieren sie ihm

und haben gleich am Wegesrand die Schönheiten ausgestellt,

in Sichthöhe: Kornfelder, Blumen, Menschen.

Aber meinen sie wirklich ihn,

hat er sich gefragt.

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Über Julia Jürgens

Bloggen | Reisen | Süd | Ost | Europa
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